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Firewall-Verwaltung

Dieser Artikel stellt die Funktion „Firewall-Verwaltung“ des Panels vor – Firewall-Regeln auf Zielservern ansehen und verwalten.

Zuerst verstehen: Was ist eine Firewall

Die Firewall ist der „Türsteher“ eines Servers und entscheidet, welche Ports und welche IPs zugreifen dürfen. Willst du zum Beispiel, dass eine Website nach außen Dienste anbietet, musst du „Port 80 freigeben“; willst du eine angreifende IP sperren, musst du „diese IP blockieren“.

> Wichtig: Neben der Firewall im Serverbetriebssystem gibt es bei großen Cloud-Anbietern (Tencent Cloud/Alibaba Cloud) zusätzlich die „Sicherheitsgruppe“ im Cloud-Konsolenbereich – beide sind unabhängig voneinander. Damit ein Port erreichbar ist, müssen beide Ebenen ihn freigeben.

Funktionsüberblick

Die „Firewall-Verwaltung“ befindet sich im „Systemverwaltungspanel“ des Zielservers und dient zum Ansehen der System-Firewall-Regeln, zum Hinzufügen/Löschen von Regeln sowie zum Verwalten der Port-Weiterleitung. Das Panel passt sich automatisch an die drei gängigen Firewall-Backends iptables / nftables / ufw an – keine manuelle Auswahl nötig.

Anwendungsfälle

  • Ansehen, welche Firewall-Regeln der Server aktuell hat und welche Ports offen sind
  • Einen Port schnell freigeben (z. B. 80 / 443 für einen Web-Dienst)
  • Eine Quell-IP oder einen Port sperren
  • Port-Weiterleitung verwalten (siehe Port-Weiterleitung)

Funktionsumfang

Zielserver öffnen → „Systemverwaltung“ → „Firewall“, enthält:

1. Regelliste: zeigt iptables-/nftables-Regeln (mit Regelnummer), oder den ufw-Status (falls aktiviert)

2. Lauschende Ports: listet die aktuell lauschenden Ports des Servers und die zugehörigen Prozesse

3. Regeln hinzufügen/löschen: manuelle Eingabe einer iptables-Regel zum Freigeben/Sperren

4. Port-Weiterleitung: DNAT von öffentlichem Port-Traffic auf Ziel-IP:Port (Details siehe Port-Weiterleitung)

Regeln ansehen

iptables / nftables

Das Panel listet Regeln bevorzugt mit iptables -L -n --line-numbers; nutzt das System nftables, wechselt es automatisch zu nft list ruleset.

ufw

Ist auf dem Server ufw aktiviert (unter Ubuntu üblich), zeigt das Panel zusätzlich die Regelliste von ufw status numbered.

Lauschende Ports

Das Panel listet mit ss -tlnp die aktuell lauschenden TCP-Ports und die zugehörigen Prozesse – praktisch, um zu erkennen, welche Ports offen sind und welcher Dienst sie belegt.

Regeln hinzufügen / löschen

Gib unter „Regel hinzufügen“ eine iptables-Regel ein (ohne das Präfix iptables; das Panel ergänzt automatisch -A zum Hinzufügen / -D zum Löschen), zum Beispiel:

# Port 8080 freigeben
INPUT -p tcp --dport 8080 -j ACCEPT
# Eine IP sperren
INPUT -s 1.2.3.4 -j DROP

> ⚠️ Achtung: Stelle sicher, dass du die iptables-Regelsyntax verstehst. Falsche Regeln können Dienste unerreichbar machen. Es empfiehlt sich, vor der Aktion die aktuellen Regeln zu sichern (iptables-save > /root/iptables.bak).

Automatische Anpassung an mehrere Backends

Das Panel erkennt automatisch das verwendete Firewall-Backend des Servers:

BackendGeeignetes SystemBeschreibung
iptables / iptables-legacytraditionelles Linuxdie gebräuchlichste Firewall
nftablesneue Distributionen / Server mit vorhandenen nft-Regelnwird bei aktiven nft-Regeln bevorzugt, damit Regeln nicht verdeckt werden
ufwUbuntu / Debiannur zum „Ansehen“; die Regelverwaltung läuft über iptables

Hinweise

1. Vorsichtig vorgehen: Firewall-Regeln wirken direkt auf die Erreichbarkeit des Servers. Falsche Sperrregeln können die SSH-Verbindung trennen und das Panel unerreichbar machen.

2. Regel-Persistenz: Direkt mit iptables hinzugefügte Regeln können nach einem Neustart verloren gehen (je nachdem, ob iptables-persistent / netfilter-persistent installiert ist). Für Persistenz selbst iptables-save ausführen oder auf ufw wechseln.

3. Sicherheitsgruppe großer Cloud-Anbieter: Tencent Cloud / Alibaba Cloud usw. haben neben der System-Firewall zusätzlich die Ebene der „Sicherheitsgruppe“ im Cloud-Konsolenbereich. Ist ein Port in der Sicherheitsgruppe nicht freigegeben, bleibt er auch bei Freigabe in der System-Firewall unerreichbar – beide Ebenen müssen freigeben.

4. Port-Weiterleitung: Wer Port-Weiterleitung braucht, siehe Port-Weiterleitung.