Dokumentation
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Absturzschutz
Dieser Artikel stellt die Funktion „Absturzschutz“ des Panels vor – automatische Überwachung von Arbeitsspeicher, CPU und Festplatte mit proaktivem Eingreifen, bevor die Serverressourcen erschöpft sind, um ein Einfrieren des Servers zu verhindern.
In einem Satz verstanden
Das Schlimmste für einen Server ist nicht „ein Programm meldet einen Fehler“, sondern „der Arbeitsspeicher ist aufgebraucht / die CPU ist voll ausgelastet und die ganze Maschine reagiert so träge, dass nicht einmal mehr SSH funktioniert – nur ein Zwangsneustart im Anbieter-Backend bleibt“. Der Absturzschutz spürt genau vorher den ressourcenfressenden Prozess automatisch auf und erledigt ihn, damit dir ein Ausweg bleibt.
Funktionsüberblick
Der Absturzschutz installiert auf dem Zielserver einen schlanken Daemon, der Arbeitsspeicher, CPU und Festplatte kontinuierlich überwacht. Bei auffälligen Ressourcenwerten greift er automatisch ein (beendet den auffälligen Prozess), um zu verhindern, dass der Server durch OOM (Speichererschöpfung) oder einen CPU-Ausbruch völlig unerreichbar wird.
Warum man es braucht (was sind OOM / CPU-Ausbruch)
- OOM (Out Of Memory, Speichererschöpfung): Ein Programm hat ein Speicherleck oder fordert auf einmal zu viel Speicher an und füllt den Arbeitsspeicher des Servers komplett. Das System beginnt dann zur Selbstrettung „Prozesse zu killen“, tötet dabei aber oft auch kritische Dienste und friert sogar als Ganzes ein.
- CPU-Ausbruch: Ein Programm gerät in eine Endlosschleife oder eine auffällige Berechnung und belegt alle CPU-Kerne. Dann ist SSH nicht erreichbar und auch das Panel nicht – nur ein harter Neustart hilft.
Solche Störungen entstehen oft allmählich – erst frisst ein Prozess langsam Ressourcen, erst am Ende friert alles ein. Der Absturzschutz greift genau „vor dem Unumkehrbaren“ proaktiv ein.
Schutzschwellen (Standardwerte)
| Schutzpunkt | Standard-Schwelle | Verhalten |
|---|---|---|
| Arbeitsspeicher | Verfügbarer Arbeitsspeicher < 8 % | Eingriff auslösen, auffällige Prozesse mit > 15 % Verbrauch beenden (5 Minuten Abkühlzeit, um häufiges versehentliches Beenden zu vermeiden) |
| CPU | Last > Anzahl Kerne × 3 | Erst nach 3 aufeinanderfolgenden Überschreitungen eingreifen; einzelner Prozess erst bei > 30 % beenden |
| CPU extrem | Last ≥ Schwelle × 4 | sofortiger Eingriff, ohne auf die Zählung zu warten (damit ein CPU-Ausbruch nicht zu spät erkannt wird) |
| Festplatte | Nutzung > 92 % | nur Warnung (kein automatisches Löschen von Dateien) |
> Dies sind erprobte, konservative Standardwerte; die meisten Server laufen damit ohne Anpassung sicher. Für eigene Werte lassen sich die Schwellen im Absturzschutz-Panel ändern.
Anwendungsfälle
- Auf dem Server laufen Programme mit wenig stabilem Speicherbedarf (z. B. manche Java-Anwendungen, Scraping-Skripte)
- Der Serverspeicher ist selbst klein und wird leicht voll ausgelastet
- Man möchte eine „letzte Verteidigungslinie“ als Absicherung, damit nachts niemand daneben sitzt und ein Einfrieren bemerkt
Verwendung
1. Auf dem Zielserver „Systemverwaltungspanel → Absturzschutz“ öffnen
2. Auf „Ein-Klick-Bereitstellung“ klicken; das Panel installiert den Daemon per SSH auf dem Zielserver
3. Nach der Bereitstellung erscheint „Daemon läuft“ samt einer Erläuterung der aktuellen Schwellen
4. Bei einem Eingriff kannst du unter „Warnereignisse“ nachsehen: Auslösezeit, Grund (welcher Prozess, wie viele Ressourcen) und die durchgeführte Aktion
Bereitstellungsart
- Server mit systemd (Debian/Ubuntu/CentOS usw.): Bereitstellung als systemd-Dienst, Autostart beim Booten + automatisches Hochziehen nach Absturz (Abzeichen „Autostart beim Booten“)
- Server ohne systemd (z. B. Alpine): Rückfall auf
nohup(Überwachung möglich, aber nach einem Neustart kein automatisches Hochziehen – manuelle Neubereitstellung nötig)
Hinweise
1. Keine Spuren: Der Daemon ist ein eigenständiges, schlankes Skript, verbraucht nur sehr wenig Ressourcen und beeinträchtigt die Anwendungen auf dem Zielserver nicht.
2. Whitelist-Schutz: Kernel-Threads und kritische Systemprozesse werden standardmäßig nicht beendet, um ein versehentliches Beenden mit Systemabsturz zu vermeiden.
3. Bei Festplatte nur Warnung, keine Bereinigung: Eine volle Festplatte löscht nicht automatisch deine Dateien (um versehentliches Löschen wichtiger Daten zu vermeiden) und erinnert nur daran, selbst tätig zu werden.
4. Deinstallation: Im Absturzschutz-Panel auf „Deinstallieren“ klicken; Daemon und systemd-Dienst werden dabei entfernt.